Bürgerentscheide für Demokratie?

Zwar wählen die Bürger eines Volkes in der Regel alle vier Jahre ihre politischen Entscheidungsträger, doch durch einen Bürgerentscheid, könnte sich das Volk viel genauer ins politische Geschehen einbringen. Sicherlich würden in vielen Fällen die Menschen anders abstimmen als die Partei, die sie ein Mal gewählt haben. Bürgerentscheide können die zuständigen Entscheidungsträger unter Druck setzen und so mehr Reformen durchsetzen. Dies würde unter anderem bedeuten, dass keine Politik mehr gegen den Willen der Bürger gemacht werden könnte.

Somit wären die Politiker gezwungen mehr auf den Willen des Volkes zu achten, statt sich alle vier Jahre aufs Neue ihr Päckchen absoluter Entscheidungsgewalt abzuholen. Viele Befürworter des Bürgerentscheids sehen auch die Voraussicht auf gewisse Dinge, die beispielsweise die Generation unserer Kinder betrifft beim Bürger besser ausgeprägt als beim Politiker, der nur seine Schäfchen für ein paar Legislaturperioden ins Trockene bringen muss. Gäbe es den Bürgerentscheid, wären viele der politikfaulen Bürger dazu gezwungen, sich politisch besser zu informieren, was sich positiv auf die allgemeine Politik-Verdrossenheit auswirken könnte.

Viele Menschen, die sich gegen den Bürgerentscheid aussprechen, bringen schlicht und einfach das Argument vor, der Bürger sei zu dumm um politische Entscheidungen zu treffen. Des Weiteren gelten Bürger als leichter zu manipulieren als Politiker. So könnten sich Interessensgruppen eventuell ihre Stimmen für den Bürgerentscheid kaufen oder anders erschleichen. Es besteht des Weiteren die Gefahr, dass sich an den Bürgerentscheiden nur Betroffene beteiligen und dass somit das Ergebnis nicht repräsentativ die Volksmeinung wiedergibt. Auch die Kosten für einen Bürgerentscheid sind höhere als wenn politisch entschieden wird.