Bürger in einer Demokratie
Stellt man sich einmal die Frage, wie viel Macht der einzelne Bürger in unserer gegenwärtigen Demokratie hat, so gehen die Meinungen auseinander. Man sollte sich dazu auch fragen, wie viel Macht der Bürger überhaupt braucht.
Einen deutlichen Unterschied zeigt das ursprüngliche demokratische System der Griechen zu unserem heutigen eher populistischen demokratischen System. Die Griechen setzten ein bestimmtes Maß an (Allgemein-)Bildung voraus, um den Menschen ein Wahlrecht einzuräumen. Die Tatsache, dass Frauen damals nicht wahlberechtigt waren, klammern wir nun ein Mal aus. Auf eine gewisse Art macht es Sinn, die Bildung zur Grundlage des Wahlrechts zu machen, denn nur wer einen gewissen Horizont hat, kann eventuell politische Entscheidungen überblicken, abschätzen und schließlich treffen. Sicherlich ist dazu heutzutage nicht jeder in der Lage, der ein Wahlrecht besitzt. Allerdings muss man sich auch vor Augen führen, dass wir in unserer modernen Gesellschaft die Schulpflicht haben und dass dies eigentlich ausreichen müsste, um gebildet genug zu sein zur Wahl zu gehen. Dass Praxis und Theorie in einer immer komplexer werdenden Welt nicht ganz deckungsgleich sind, liegt auf der Hand.
Grundsätzlich muss die Entscheidungsgewalt auf die Bürger übertragen werden, da nur die wenigsten Diktatoren dieser Welt das allgemeine Wohl ihres Volkes im Sinne haben. Hinzu kommt, dass der Bürger nicht alleine entscheidet, sondern dass sich die politische Macht auf mehrere Instanzen aufteilt. Der Bürger benennt ausschließlich den Abgeordneten, welchen er für am fähigsten hält und auch dieser muss sich wieder weiteren demokratischen Prozessen unterwerfen, die dazu noch zusätzlich durch die Gewaltenteilung in Legislative, Exekutive und Judikative kontrolliert werden.