Bürgerentscheid in Kempten
Am 4. Juli 2010 gab es in Kempten einen Bürgerentscheid bei dem über den Bau einer Umgehungsstraße entschieden werden musste. Bayerische Naturschützer forderten das Projekt zu stoppen, da es erstens immense Kosten von etwa 80 Millionen Euro verschlungen hätte und die Straße zweitens mitten durch ein Urlaubsgebiet führen sollte. Als Alternative zum Bau der Umgehungsstraße schlugen die Naturschützer den Bau einer Regionalbahn vor.
Das Thema der Umgehungsstraße für Immenstadt erhitzt die bayerischen Gemüter bereits seit dem Jahr 1965. Viele Jahren konnten Naturschützer das geplante Bauprojekt verhindern, mit dem Argument, dass die viel befahrene Straße mitten durch die Ferienregion Großer und Kleiner Alpsee führen sollte. Das Projekt einer Umgehungsstraße wird üblicherweise erst dann als erfolgreich eingestuft, wenn die Lärmbelastung der Anwohner dadurch um 50% und mehr zurück ginge. Prognosen für das Projekt konnten allerdings nicht mehr als eine Lärmentlastung von circa 13% voraus sehen. Dazu kommt, dass das Projekt nicht nur immense Kosten für den Bau verschlungen hätte, sondern dass ein ebenfalls geplanter Tunell zusätzlich Kosten für die Wartung verursacht hätte.
Die Förderfähigkeit des Projekts der Regionalbahn wurde im Jahr 2000 durch eine Kosten-Nutzen-Studie bestätigt. Hierdurch könnten zwischen 14.000 und 28.000 Autokilometer am Tag eingespart werden und der Bau von Bahnhöfen und einem verzweigten Streckennetz würde auf keinen Fall mehr Geld verschlingen als der Bau einer Umgehungsstraße.
Zum Glück ging der Bürgerentscheid in Kempten am 4. Juli 2010 zugunsten der Naturschützer und gegen das
Vorhaben des Straßenbauamts Kempten aus, eine Umgehungsstraße durch das beliebte Feriengebiet Großer und Kleiner Alpsee zu bauen.